
Amgen beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung schwerer Krankheiten – ein langer und komplexer Prozess. Einer der wichtigsten Schritte in diesem Prozess sind die klinischen Studien verschiedener Phasen, in denen die zu prüfende Medikation und ihre Wirkung an gesunden Probanden und freiwilligen Patienten untersucht werden.
Der Weg eines neuen Medikamentes von der Forschung bis zur Markteinführung ist ein langwieriger, komplexer und kontrollierter Prozess. Langwierig, weil er von der Erforschung bis zur Zulassung etwa 10 bis 12 Jahre umfasst. Komplex und kontrolliert, weil strenge gesetzliche Vorgaben zur Sicherheit und Wirksamkeit des Medikamentes erfüllt sein müssen.
Einer der wichtigsten Schritte in diesem Prozess ist die klinische Prüfung - eine Studie, innerhalb derer ein Medikament bei freiwilligen Probanden angewendet und auf seine Wirkung untersucht wird. Ziel dieser Prüfungen ist es, den Nutzen neuer Arzneimittel für den Menschen nachzuweisen. Bevor es jedoch so weit ist, müssen sich Freiwillige melden und teilnehmen - eine Entscheidung, die nicht nur dem Einzelnen nützen, sondern auch sehr vielen anderen Menschen zu Gute kommen kann.
Ob die Teilnahme an einer klinischen Prüfung für Sie in Frage kommt, hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich Ihrer medizinischen Verfassung. Ihr Arzt wird diese Faktoren mit Ihnen besprechen und Sie mit allen verfügbaren Informationen zum Arzneimittel und zur Prüfung selbst versorgen. Stellen Sie all Ihre Fragen mit Nachdruck. Die Teilnahme an einer klinischen Prüfung kann ein grosser Schritt sein, und es gibt keine Garantie, dass das Mittel auch bei Ihnen wirkt. Die folgenden Informationen sollen Ihnen helfen, etwaige Nutzen und Chancen gegen die Risiken zu abzuwägen, und Ihnen eine Vorstellung davon geben, was Sie erwartet, wenn Sie sich für eine Teilnahme entscheiden.
Eine klinische Prüfung ist eine sorgfältigst überwachte Untersuchung am Menschen, die der Zulassung eines Arzneimittels für die breite Anwendung vorgeschaltet wird.
Klinisch bedeutet, dass die Untersuchung in einem Krankenhaus oder einer ärztlichen Praxis durchgeführt wird, wo der Arzt sowie weiteres medizinisches Fachpersonal einen Patienten beobachten. Eine Prüfung ist eine Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit eines Arzneimittels an einer Patientengruppe oder an Probanden untersucht wird.
Bevor ein Medikament jedoch in die klinische Prüfphase eintritt, wird es umfassend sowohl in der Grundlagenforschung als auch in vorklinischen Untersuchungen in Labor- und Tierversuchen getestet. Die Art der Untersuchungen richtet sich nach der geprüften Krankheit und hängt ferner davon ab, ob Tiere unter derselben Krankheit leiden können. Diese Form der Forschung ist außerordentlich wichtig, um Informationen zum potenziellen Nutzen und Risiko eines Arzneimittels zu sammeln, bevor es am Menschen geprüft wird.
Es ist wichtig zu wissen, dass sowohl die Grundlagenforschung als auch die Forschung im Rahmen klinischer Prüfungen sorgfältigst überwacht, kontrolliert und dokumentiert werden. Die Wirksamkeit neuer Medikamente muss belegt sein, bevor diese auf den Markt kommen.
Manche haben eine Krankheit, für die es noch keine Behandlung gibt. Eine klinische Prüfung kann die Möglichkeit bieten, endlich eine Medikation zu finden, die Ihnen helfen könnte.
Und dann gibt es noch jene Freiwilligen, die dazu beitragen möchten, Antworten auf wissenschaftliche oder medizinische Fragen zu finden, von denen andere Menschen künftig profitieren könnten.
Nur Sie können entscheiden, ob eine klinische Prüfung für Sie in Betracht kommt oder nicht. Daher sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, über die Untersuchung nachzudenken und alle Fragen zu stellen, die Ihnen auf dem Herzen liegen. Vielleicht möchten Sie sich auch mit einem engen Freund oder Familienangehörigen beraten, um zu einer Entscheidung zu kommen - womöglich haben Sie Fragen oder Einwände, an die Sie selbst noch nicht gedacht haben.
Bitte bedenken Sie auch, dass klinische Prüfungen mit Risiken verbunden sein können. Wägen Sie alle Fakten gründlich ab, bevor Sie sich entscheiden.
Arzneimittel werden in klinischen Studien geprüft, weil noch nicht jede Einzelheit über sie bekannt ist. So können beispielsweise Probleme bei der Behandlung auftreten, die erst nach Therapiebeginn sichtbar werden. Ihr Arzt wird diese potenziellen Risiken mit Ihnen besprechen. Es liegt an Ihnen, sie sorgfältig gegen den möglichen Nutzen abzuwägen und so viele Fragen zu stellen, wie Sie für notwendig erachten. Bedenken Sie bitte folgendes, wenn Sie die Risiken bewerten:
Manchmal sind die Risiken oder auch Nebenwirkungen nicht schlimmer als jene, die mit Ihrer derzeitigen Therapie verbunden sind. Bisweilen können auch schwerere Nebenwirkungen auftreten.
Sie können durchaus anders reagieren als ein anderer Patient, der dasselbe Medikament erhält. Vorklinische Prüfungen im Labor können Wissenschaftlern und Ärzten häufig nur eine Vorstellung davon geben, wie Patienten bei klinischer Anwendung reagieren. Aber jeder Patient ist anders. Ihr Arzt wird Ihnen vorab zahlreiche Fragen stellen, um so viel wie möglich über Ihre Krankengeschichte zu erfahren und potenzielle Risiken gering halten zu können.
Hinzu kommt, dass die mit klinischen Prüfungen möglicherweise verbundenen Risiken variieren können – je nachdem, welche Krankheit behandelt wird. Für dieses Risikopotenzial erfolgt eine sehr sorgfältige Abwägung, und zwar nicht nur seitens Ihres behandelnden Arztes, sondern auch durch den Prüfarzt, die zuständige Bundesbehörde und Ethikkommissionen. (Eine Ethikkommission ist eine Gruppe von Ärzten, Wissenschaftlern, Patientenvertretern, Rechtsvertretern und Laien, die eine klinische Studie nach Abwägen des Nutzens und Risikos hinsichtlich ihrer ethischen Vertretbarkeit überprüfen.)
Sollte irgendetwas beobachtet werden, das die Patienten in der klinischen Prüfung gefährden könnte, so werden die Studienteilnehmer vom Prüfarzt entsprechend benachrichtigt, und die Prüfung kann gestoppt oder auch ausgesetzt werden, bis mehr Informationen vorliegen.
Ein Placebo ist ein wirkstofffreies Scheinmedikament, das verwendet wird, um die Wirksamkeit eines aktiven Mittels oder einer aktiven Behandlung zu untersuchen und mehr über dessen Wirkungsweise zu erfahren. Es wird in klinischen Prüfungen als eines von vielen möglichen Verfahren eingesetzt. Da Patient und medizinisches Fachpersonal nicht wissen, welchen Probanden ein Placebo verabreicht wird und welchen nicht, können klinische Prüfungen unbeeinflusst durchgeführt werden. Eine starke Konzentration auf die Patientengruppe, die das neue Präparat erhält, kann vermieden und eine unabhängige, objektive Beurteilung der Ergebnisse sichergestellt werden.
Die Teilnahme an einer klinischen Prüfung bietet eine Reihe potenzieller Vorteile. Dazu gehören:
Klinische Prüfungen sind in vielfältigen Einrichtungen möglich. Einige werden in Krankenhäusern, andere direkt in der Arztpraxis, wieder andere in speziellen Forschungszentren durchgeführt.
Die Teilnahme an einer klinischen Prüfung ist für Sie kostenlos. Größtenteils werden auch die Kosten für routinemäßig durchgeführte Tests und Verfahren, die Teil Ihrer ganz normalen medizinischen Versorgung sind, von Ihrer Krankenkasse erstattet.
Wer an einer klinischen Prüfung teilnehmen möchte, sollte dies mit seinem behandelnden Arzt besprechen. Das ist der beste Weg, um zu erfahren, ob es eine für den Interessenten geeignete klinische Prüfung gibt und wo diese durchgeführt wird. Die Patienten werden einer Vorauswahl (auch „Screening” genannt) unterzogen, um festzustellen, ob sie für eine bestimmte Prüfung in Frage kommen. Manchmal umfasst das „Screening” lediglich eine Reihe von Fragen und Antworten. In anderen Fällen können Labortests erforderlich werden, die allerdings nur nach Einwilligung des Patienten vorgenommen werden.
Nicht für jede Krankheit gibt es auch eine aktuelle Studie. Diese Situation ändert sich jedoch ständig. Fragen Sie Ihren Arzt oder eine Selbsthilfegruppe, um herauszufinden, ob ein Forschungsprojekt geplant ist, das für Sie geeignet sein könnte.
Ihre Pflichten wird Ihnen Ihr Prüfarzt erklären. Im Allgemeinen müssen Sie jedoch die üblichen Termine bei Ihrem Arzt einhalten und die Medikation nach Vorschrift nehmen.
Möglicherweise bittet man Sie, ein Tagebuch über den Behandlungsverlauf zu führen, was dazu beitragen kann, Ihren Arzt über die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu informieren. Sie sollten sich auch umgehend mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen, wenn Sie aus irgendeinem Grund ins Krankenhaus eingewiesen werden oder etwas Ungewöhnliches bei sich beobachten.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie alle Ihre nicht in die Studie einbezogenen Ärzte über Ihre Teilnahme an einer klinischen Prüfung in Kenntnis setzen. Sie benötigen den Namen und die Telefonnummer des Prüfarztes, um ihm jedwede medizinische Information, die für Ihre Behandlung in der Prüfung wichtig ist, zukommen zu lassen. Gut wäre auch, wenn Sie Namen und Telefonnummer des Prüfarztes für etwaige Notfälle immer bei sich hätten.
Nein. Die klinische Forschung ist durch die Gesetzgebung und den ärztlichen Berufsstand streng reguliert. Patienten sind vor unerlaubter Forschung geschützt, denn zur Teilnahme an einer Studie ist eine schriftliche Zustimmung in Form einer Einverständniserklärung vorgeschrieben.
Einverständniserklärung bedeutet, dass Ihr Prüfarzt Ihnen die klinische Prüfung genau erklärt und Ihnen - zusammen mit einem Einwilligungsformular - möglicherweise ein Informationspaket über die Prüfung aushändigt. Das Einwilligungsformular enthält Informationen zur Studiendauer und Abschluss, zu potenziellen Nebenwirkungen des zu prüfenden Arzneimittels, soweit diese bekannt sind, und zu Ihren Rechten z.B. bezüglich eines Studienabbruchs.
In dem Einwilligungsformular wird weiter erklärt, wie das Studienprotokoll angelegt ist, ob ein Placebo verwendet wird oder nicht und welche Tests notwendig sein werden. Sollten Sie irgendetwas nicht verstehen, fragen Sie bitte unbedingt Ihren Arzt.
Erst wenn Sie überzeugt sind, dass Sie Beschaffenheit und Umfang der Prüfung voll und ganz verstehen, und sich für eine Teilnahme entscheiden, dürfen Sie die Einverständniserklärung unterzeichnen. Vergessen Sie jedoch nicht, dass Sie jederzeit das Recht auf Widerruf haben.