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Innovative Originalpräparate

„Biology first“: Unsere Forschung setzt bei den biologischen Mechanismen der Erkrankung an. Wir versuchen die Ursachen von Erkrankungen zu verstehen und mit diesem Wissen neue Therapien zu entwickeln.

Das Target im Visier

Mithilfe modernster Humangenetik und einer eigenen, einzigartigen DNA-Datenbank ist es uns möglich, komplexe Erkrankungsvorgänge zu entschlüsseln und Angriffspunkte für neue Arzneimittel zu identifizieren, die sogenannten „Targets“. Das Target ist das spezifische Molekül im Körper, auf das das Medikament wirken soll. Zum Beispiel sind einige Targets bei einer Krankheit im Überschuss vorhanden. Daher ist es das Ziel, deren Aktivität zu blockieren. Dies kann durch ein Medikament geschehen, das an das Target bindet, um eine Wechselwirkung mit anderen Molekülen im Körper zu verhindern. In anderen Fällen ist das Zielprotein unzureichend oder nicht vorhanden. Dann ist es das Ziel, es anzureichern oder zu ersetzen, um eine gesunde Funktion wiederherzustellen.

Biotechnologische Arzneimittel ähneln oder sind mit den körpereigenen menschlichen Proteinen und anderen komplexen Substanzen identisch, die für den gesunden Körper unentbehrlich sind. Auf diese Weise können sie mit dem Target interagieren. Sie werden biotechnologisch, also mit lebenden Zellen, hergestellt. Für die chemische Herstellung sind ihre Moleküle zu groß und zu komplex.

Elf Wirkstoffe im Überblick

Kennen wir das Target, müssen wir einen Ansatz, einen geeigneten Wirkstoff festlegen, der den molekularen Defekt, also die Erkrankung im Körper, angeht. In den vergangenen 40 Jahren haben wir bei Amgen eine Fülle von Wirkstoffen entwickelt, um den jeweils besten Ansatz für die Behandlung einer Erkrankung zu nutzen:

  • Niedermolekulare Wirkstoffe

    Die am häufigsten eingesetzten Medikamente sind niedermolekulare chemische Verbindungen. Sie sind im Vergleich zu biologischen Molekülen wie Proteinen deutlich kleiner. Aufgrund ihrer geringen Größe können diese Substanzen in das Zellinnere gelangen und dort wirken. Es gibt auch niedermolekulare Substanzen, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können und im Gehirn direkt neurologische Erkrankungen bekämpfen.

  • Therapeutische Proteine

    Therapeutische Proteine werden eingesetzt, um das bei einer Erkrankung nicht funktionierende Protein zu ersetzen. Sie können auch dazu beitragen, dass der Körper selber bestimmte Proteine verstärkt produzieren kann, um eine Krankheit oder die Auswirkungen einer Chemotherapie zu lindern. Gentechnisch hergestellte Medikamente sind entweder den zu ersetzenden natürlichen Proteinen sehr ähnlich oder sie verstärken deren Wirkung, indem sie mit anderen Molekülen verbunden werden.

  • Monoklonale Antikörper

    Natürlich vorkommende Antikörper sind die „Wächter“ des Immunsystems. Monoklonale Antikörper sind biotechnologisch hergestellte Moleküle, deren Zielstruktur für eine Erkrankung relevante Proteine sind. Wie natürlich vorkommende Antikörper können sie hochwirksam und hochselektiv die Proteine binden. Monoklonale Antikörper verbleiben länger als die meisten anderen Medikamente im Körper, sodass in der Regel eine niedrige Dosis für die Wirksamkeit ausreicht. Monoklonale Antikörper wirken außerhalb der Zelle oder auf der Zellwand, können jedoch aufgrund ihrer Größe nicht in das Zellinnere gelangen.

  • Fusionsproteine

    Die Biotechnologie macht es möglich, Moleküle mit Genen oder Bruchstücken von Genen herzustellen, die für zwei verschiedene Proteine codieren. Das aus den beiden Proteinen resultierende Fusionsprotein hat eine stärkere Wirksamkeit als die einzelnen Proteine.

  • BiTE®-Antikörperkonstrukte

    BiTE®-Antikörperkonstrukte sind spezielle Fusionsproteine, die das Immunsystem nutzen, um Krebs zu bekämpfen. Diese Moleküle besitzen zwei Arme: Der eine Arm bindet an ein Protein auf der Oberfläche von Tumorzellen, der andere an ein Protein an der Oberfläche von zytotoxischen T-Zellen. Sind beide Bindungsstellen besetzt, bildet das BiTE®-Molekül eine Brücke, damit die T-Zelle in der Tumorzelle die Selbsttötung in Gang setzt und auf diese Weise den Krebs bekämpft.

  • Bispezifische Antikörper

    Normalerweise werden Antikörper entwickelt, die an ein spezifisches Antigen binden. Viele komplexe Erkrankungen werden jedoch von mehreren Faktoren beeinflusst und die Hemmung eines einzelnen Targets ist deshalb nicht wirksam genug. Bei einigen Erkrankungen umgehen Zellen die Hemmung eines ihrer Rezeptoren, indem sie auf einen anderen Rezeptor ausweichen. Bispezifische Antikörper können anders als natürliche Antikörper gleichzeitig auf diese zwei verschiedenen Strukturen zielen.

  • Onkolytische Immuntherapie

    Bestimmte Viren können das Fortschreiten einer Krebserkrankung verlangsamen. Die onkolytische Immuntherapie nutzt dieses Potenzial mit genetisch veränderten Viren. Ein Virus kann so verändert werden, dass es sich in Tumorzellen, nicht aber in gesunden Zellen, stark vermehrt. Durch die Virusvermehrung lösen sich die Tumorzellen auf oder platzen (Onkolyse). Oder ein Virus wird so verändert, dass es Signalproteine produziert, die körpereigene Immunzellen an die Tumorzellen heranführen. Die onkolytische Immuntherapie zielt darauf ab, eine möglichst breite immuntherapeutische Reaktion hervorzurufen, die es körpereigenen zytotoxischen T-Zellen ermöglicht, Tumorzellen und weit verstreute Metastasen zu erkennen und zu attackieren.

  • Antikörper-Wirkstoff-Konjugat

    Viele Krebsmedikamente verursachen schwere Nebenwirkungen, die sowohl die Dosis und damit auch die Wirksamkeit begrenzen als auch die Lebensqualität der Patienten einschränken. Eine Möglichkeit, das zu umgehen, ist der Einsatz von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten. Ein zytotoxisches Krebsmedikament wird an einen Antikörper, der spezifisch an Proteine auf Tumorzellen bindet, gekoppelt. Damit soll das Krebsmedikament möglichst direkt an die Tumorzelle gebracht werden, um Schäden an gesunden Zellen zu vermeiden.

  • CAR-T-Zellen

    CAR – chimäre Antigen-Rezeptoren – sind gentechnisch hergestellte Proteinkonstrukte, die Krebszellen erkennen können. Bei der noch experimentellen Therapie mit CAR-T-Zellen werden dem Patienten zunächst T-Zellen aus dem Blut entnommen und diese dann gentechnisch so verändert, dass sie den chimären Antikörper tragen. Diese veränderten T-Zellen werden dem Patienten zurückinfundiert, damit sie im Körper des Patienten die Tumorzellen erkennen und zerstören.

  • Peptide

    Peptide sind kleine Proteine, die aus weniger als 40 Aminosäuren bestehen. Der menschliche Körper nutzt Peptide als Hormone und Signalmoleküle, um wichtige Stoffwechselvorgänge zu regulieren, Beispiele sind Insulin, Endorphine oder das Wachstumshormon Somatropin. Peptidmedikamente können die natürlich vorkommenden Peptide ersetzen, ihre Funktion nachmachen oder sogar wirksamer sein als die natürlichen Peptide.

  • Peptikörper

    Therapeutische Peptide werden rasch im Körper abgebaut – sie müssen deshalb in der Regel täglich injiziert werden. Durch die Fusion eines Peptids mit einem Antikörper zu einem Peptikörper wird die Aktivität des Peptids mit der langanhaltenden Aktivität des Antikörpers kombiniert.



Sorgfältige klinische Prüfung

Neue, vielversprechende Substanzen kommen erst nach sorgfältigen Untersuchungen im Labor in die klinische Prüfung. Eine klinische Studie ist eine gesetzlich geregelte und überwachte experimentelle Untersuchung in Kliniken oder Arztpraxen, um festzustellen, ob das neue Medikament auch wirklich einen Nutzen für Patienten hat. Der Weg von der Entdeckung und Entwicklung bis zur Markteinführung ist ein langwieriger, komplexer und gut kontrollierter Prozess. Er kann zehn bis 20 Jahre dauern.