FROM SCIENCE TO SOLUTION: WIE AMGENS FORSCHUNG NEUE ONKOLOGISCHE THERAPIEANSÄTZE ERMÖGLICHT
Der Weg von der biologischen Erkenntnis zur medizinischen Innovation
München (20.07.2026) – Was passiert im Körper, wenn eine Erkrankung entsteht und fortschreitet? Welche biologischen Mechanismen treiben sie an? Wie entziehen sich Krebszellen der Immunabwehr? Und an welcher Stelle kann Forschung ansetzen, um neue therapeutische Prinzipien zu entwickeln? Diesen Fragen widmet sich das Biotechnologieunternehmen Amgen mit dem Ansatz „Biology first“: Erst wenn krankheitsrelevante biologische Prozesse besser verstanden sind, können daraus gezielte Forschungsansätze entstehen.

Gerade in der Onkologie ist dieses Verständnis entscheidend: Tumoren sind biologisch komplex, können sich im Verlauf verändern und Mechanismen entwickeln, um der Immunantwort des Körpers zu entgehen. Ein zentrales Ziel moderner Krebsforschung ist es daher, körpereigene Abwehrmechanismen besser zu verstehen und therapeutisch nutzbar zu machen. „Bei Amgen ist die Biologie einer Erkrankung die Grundlage für therapeutische Ansätze, aus denen Arzneimittelinnovationen hervorgehen können. In Bereichen wie der Onkologie zeigt sich der Wert solcher Innovationen dort, wo trotz bestehender Therapien weiterhin medizinischer Bedarf besteht. Bis aus wissenschaftlicher Erkenntnis jedoch ein möglicher Fortschritt für die Medizin wird, braucht es Forschung mit einem langen Atem. Denn solche Prozesse dauern häufig nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte“, sagt Carolina Correa, General Managerin und Vice President der Amgen GmbH. Ein Beispiel für diesen langen Weg von der biologischen Erkenntnis zur Innovation ist die BiTE® Technologie.
BiTE® Technologie: T-Zellen gezielt gegen Krebszellen aktivieren
BiTE® steht für „bispecific T-cell engager“, vereinfacht gesagt für ein Molekül, das T-Zellen gezielt gegen Krebszellen aktivieren kann, indem es diese für das Immunsystem „sichtbar“ macht. T-Zellen sind spezialisierte Abwehrzellen des Immunsystems. Sie patrouillieren im Körper und können Zellen zerstören, die als gefährlich erkannt werden, wie etwa virusinfizierte Zellen.
Grundsätzlich können auch Krebszellen ein Ziel der Immunabwehr sein. Viele Tumoren entwickeln jedoch Mechanismen, mit denen sie sich dieser Erkennung entziehen. Sie bleiben für T-Zellen schwer angreifbar und können weiterwachsen. Hier kommen die BiTE® Moleküle ins Spiel: Bildlich gesprochen sind sie wie eine Brille, die die Krebszellen für die T-Zellen sichtbar und damit angreifbar machen. Sie sind so konzipiert, dass sie gleichzeitig an eine T-Zelle und an eine bestimmte Zielstruktur auf der Tumorzelle binden können. Sie bringen die Zellen also in unmittelbare Nähe zueinander und können so eine gezielte Immunreaktion auslösen.
Die tumorbindende Stelle eines BiTE® Moleküls muss dabei so gestaltet werden, dass sie an ein charakteristisches Oberflächenmolkül auf der Tumorzelle bindet. Ein Beispiel für ein solches Merkmal ist das Protein DLL3. Es kann unter anderem beim kleinzelligen Lungenkarzinom auf der Oberfläche von Tumorzellen vorkommen und wird deshalb wissenschaftlich als möglicher Angriffspunkt erforscht. Entscheidend bleibt dabei das übergreifende Prinzip: Die Biologie des Tumors liefert Hinweise darauf, welche Merkmale für einen therapeutischen Ansatz relevant sein könnten.
Biotechnologische Forschung mit Wurzeln in Deutschland
Die BiTE® Technologie ist eng mit der deutschen Forschungslandschaft verbunden. Ihre wissenschaftlichen Wurzeln reichen an die Ludwig-Maximilians-Universität München zurück. In den 1990er Jahren entwickelte eine Forschungsgruppe um Prof. Dr. Peter Kufer die Grundlagen der Technologie und das erste BiTE® Molekül. 2008 gelang gemeinsam mit weiteren Wissenschaftler:innen der klinische Nachweis der Wirksamkeit eines BiTE® Moleküls bei Krebspatient:innen. 2012 übernahm Amgen das Münchner Biotechnologieunternehmen Micromet; daraus entstand die Amgen Research (Munich) GmbH. Heute ist es der größte Amgen-Forschungsstandort außerhalb der USA und ein wichtiger Teil des globalen Forschungsnetzwerks. Die Teams in München sind auf die Entwicklung der BiTE® Technologie und weiterer T-cell Engager spezialisiert. Die Arbeit dort reicht von der Entwicklung und Auswahl geeigneter Moleküle über Herstellungs- und Analyseverfahren bis zur Vorbereitung von Materialien für klinische Studien.
„Die BiTE® Technologie zeigt, was möglich wird, wenn man Immunbiologie konsequent weiterdenkt. Am Anfang stand die Frage, wie sich die enorme Wirkkraft körpereigener T-Zellen gezielt gegen Krebszellen richten lässt. Daraus ist eine Plattform entstanden, die wir über viele Jahre weiterentwickelt haben und deren Potenzial wir heute bei unterschiedlichen Tumorarten erforschen“, erklärt Prof. Dr. Peter Kufer, Geschäftsleiter der Amgen Research (Munich) GmbH und Vice President BiTE® Technology. So zeigt die BiTE® Technologie, wie aus dem Verständnis biologischer Mechanismen biotechnologische Innovation entstehen kann. Der Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis bis zur Anwendung ist lang und anspruchsvoll. Doch gerade kontinuierliche Forschung ist entscheidend, um für Menschen mit komplexen, schwer behandelbaren oder bislang unzureichend versorgten Erkrankungen langfristig neue medizinische Perspektiven zu entwickeln.
Über Amgen
Amgen ist ein global führendes unabhängiges Biotechnologie-Unternehmen, das seit über 45 Jahren besteht und heute mit etwa 31.500 Mitarbeitenden in fast 100 Ländern vertreten ist. In Deutschland arbeiten wir an zwei Standorten mit rund 680 Mitarbeitenden jeden Tag daran, Patient:innen zu helfen. Durch die Kombination modernster Biologie und Technologie erreichen wir mit unseren Arzneimitteln Millionen von Menschen mit schweren und teils seltenen Erkrankungen. Wir entwickeln eine breit angelegte Pipeline und ein differenziertes Portfolio therapeutischer Wirkstoffe weiter, die in der Nephrologie, Kardiologie, Hämatologie, Onkologie, Knochengesundheit und bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen eingesetzt werden. Neben Originalpräparaten entwickeln und produzieren wir auch Biosimilars.
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Pressekontakt
Bernadette Sonner, E-Mail: communication@amgen.de, Telefon: 089-149096-1613
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