Kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC): Hoch aggressiv und schwer behandelbar

Biotechnologieunternehmen Amgen engagiert sich in der Erforschung neuer Therapieansätze

München (20.07.2026) – Das kleinzellige Lungenkarzinom (Small Cell Lung Cancer, SCLC) ist eine der aggressivsten Formen von Lungenkrebs. Die Erkrankung schreitet besonders schnell voran, streut früh in andere Organe – wird aber meist erst in einem späten Stadium diagnostiziert.1 Trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Prognose vieler Patient:innen ungünstig: Im fortgeschrittenen Stadium überleben nach fünf Jahren weniger als 5 % der Erkrankten.2 Umso wichtiger sind eine frühere Diagnose sowie neue, zielgerichtete und effektive Therapieansätze, die die Behandlungschancen von SCLC-Patient:innen verbessern können.

Lunge Bronchialsystem

Lungenkrebs zählt weltweit zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen. In Deutschland erkranken jährlich rund 58.000 Menschen neu daran.3 Etwa 15 - 17 Prozent aller Lungenkrebsfälle entfallen auf das SCLC, dies entspricht circa 8.700 Neuerkrankungen pro Jahr.3,4 Charakteristisch für das SCLC ist sein besonders dynamischer Verlauf: „Das kleinzellige Lungenkarzinom zeichnet sich durch eine hohe Aggressivität aus. Der Tumor wächst in der Regel sehr schnell und bildet früh Metastasen. Dadurch besteht oft nur ein begrenztes therapeutisches Zeitfenster. Umso wichtiger ist es, dass Diagnostik und Behandlung eng ineinandergreifen“, erklärt Dr. Achim Rieth, Medizinischer Direktor für Hämatologie & Onkologie der Amgen GmbH.

Unspezifische Symptome erschweren eine frühe Diagnose
Ähnlich wie bei vielen anderen Tumorerkrankungen verursacht das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) in frühen Stadien oft nur wenige oder unspezifische Beschwerden. Symptome wie anhaltender Husten, Kurzatmigkeit, Heiserkeit, pfeifende Atmung oder Müdigkeit werden häufig zunächst anderen, weniger schwerwiegenden Ursachen zugeschrieben.5 Hinzu kommt: Da der wichtigste Risikofaktor für das SCLC das Rauchen ist – nur 2 % der Betroffenen haben nie geraucht –,7 können frühe Anzeichen auch als Folgen des Tabakkonsums fehlgedeutet werden.5,6,7 Diese Faktoren tragen auch dazu bei, dass die Erkrankung meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Bei ca. 70 % der Betroffenen hat sich der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits auf die andere Lungenseite ausgebreitet oder Metastasen in anderen Organen gebildet.2 Entsprechend ungünstig ist die Prognose: Unter allen Lungenkarzinomen weist das SCLC die niedrigsten langfristigen Überlebensraten auf. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt derzeit insgesamt unter 10 %, im metastasierten Stadium sogar unter 5 %.2 Chancen für eine frühere Diagnostik bietet das neue Lungenkrebs-Screening für derzeitige und ehemalige starke Raucher:innen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko, das am 1. April 2026 gestartet ist. Durch jährliche Niedrigdosis-CT-Untersuchungen kann Lungenkrebs häufiger bereits in einem frühen Stadium erkannt und damit potenziell auch früher behandelt werden.

Therapieresistenzen und Rückfälle bleiben eine Herausforderung
Ein wesentliches Merkmal des SCLC ist die ambivalente Reaktion auf die Therapie: Nach anfangs gutem Ansprechen, kommt es im weiteren Verlauf bei vielen Patient:innen zu einem Rückfall oder Fortschreiten der Erkrankung. Eine zentrale Herausforderung ist dabei die Entwicklung von Therapieresistenzen, der Tumor reagiert dann zunehmend schlechter auf weitere Behandlungen.7 Entsprechend hoch ist die Rückfallrate: Etwa 75 % der Patient:innen mit lokal fortgeschrittener Erkrankung und mehr als 90 % der Patient:innen mit metastasiertem SCLC erleben innerhalb von zwei Jahren ein Wiederauftreten oder Fortschreiten der Erkrankung.7 „Und gerade nach einem Rückfall sind die therapeutischen Möglichkeiten für viele Patient:innen derzeit noch sehr begrenzt“, so Dr. Rieth.

Forschung zur Behandlung des SCLC: Der Biologie auf der Spur
Aktuelle Ansätze gehen der Frage nach, warum sich SCLC Tumoren im Verlauf der Erkrankung verändern, ihre biologischen Eigenschaften anpassen und dadurch häufig Resistenzen gegenüber Therapien entwickeln.7,8 „Für die Forschung ist es entscheidend, die biologischen Mechanismen der Erkrankung weiter zu entschlüsseln und besser zu verstehen, um Ansatzpunkte zu identifizieren, die langfristig zu einer verbesserten Versorgung beitragen können“, so Dr. Achim Rieth, Medizinischer Direktor für Hämatologie & Onkologie der Amgen GmbH. Von besonderem Interesse sind Steuerungsmechanismen und Signalwege, die das Verhalten von Tumorzellen beeinflussen. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der NOTCH-Signalweg mit unterschiedlichen Eigenschaften von Tumorzellen sowie mit biologischen Anpassungsprozessen (z.B. DLL3-Expression) im Tumor in Zusammenhang stehen könnte.9-11 Er übernimmt in gesunden Zellen wichtige Aufgaben bei der Zellentwicklung. Beim kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) zeigen sich bei einem Teil der Patient:innen Veränderungen in diesem Signalweg.9,10 Mit seinem Forschungsengagement möchte Amgen dazu beitragen, das biologische Verständnis des SCLC weiter zu vertiefen und so neue Perspektiven für die gezielte Behandlung dieser schwer behandelbaren Tumorerkrankung zu eröffnen.

Über Amgen

Amgen ist ein global führendes unabhängiges Biotechnologie-Unternehmen, das seit über 45 Jahren besteht und heute mit etwa 31.500 Mitarbeitenden in fast 100 Ländern vertreten ist. In Deutschland arbeiten wir an zwei Standorten mit rund 680 Mitarbeitenden jeden Tag daran, Patient:innen zu helfen. Durch die Kombination modernster Biologie und Technologie erreichen wir mit unseren Arzneimitteln Millionen von Menschen mit schweren und teils seltenen Erkrankungen. Wir entwickeln eine breit angelegte Pipeline und ein differenziertes Portfolio therapeutischer Wirkstoffe weiter, die in der Nephrologie, Kardiologie, Hämatologie, Onkologie, Knochengesundheit und bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen eingesetzt werden. Neben Originalpräparaten entwickeln und produzieren wir auch Biosimilars. 

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Pressekontakt

Bernadette Sonner, E-Mail: communication@amgen.de, Telefon: 089-149096-1613

Referenzen
  1. Krebsinformationsdienst. SCLC: Therapie bei kleinzelligem Lungenkrebs. https://www.krebsinformationsdienst.de/lungenkrebs/behandlung-kleinzelliges-bronchialkarzinom (Zugriff: 29.05.2026)
  2. National Cancer Institute. Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) Program. Small cell carcinoma of the Lung and Bronchus, Stage Distribution of SEER Incidence Cases, 2013–2022. https://seer.cancer.gov/statistics-network/explorer/application.html (Zugriff: 29.05.2026)
  3. Robert Koch-Institut (RKI). Krebs in Deutschland für 2021–2023. https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2025.pdf?__blob=publicationFile (Zugriff: 29.05.2026)
  4. Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) 2020. 8. Bundesweite Onkologische Qualitätskonferenz 2020 - Versorgungssituation beim Lungenkarzinom.
  5. Prado MG et al. BMJ Open. 2023;13(4):e068832.
  6. Huang R et al. EBioMedicine 2015;2:1677–1685.
  7. Rudin CM et al. Small-cell lung cancer. Nat Rev Dis Primers. 2021;7(1):3.
  8. Onkopedia. Lungenkarzinom, kleinzellig (SCLC). Stand September 2025. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-kleinzellig-sclc/@@guideline/html/index.html. (Zugriff: 29.05.2026)
  9. Zhang J, et al. Exp Hematol Oncol. 2024;13(1):78.
  10. Zhang H, et al. Biomed Pharmacother. 2023;159:114248.
  11. Yuan M, et al. Signal Transduct Target Ther. 2022;7(1):187.
  12. Polanski J et al. Onco Targets Ther. 2016;9:1023-1028.
Zukunftsgerichtete Aussagen

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