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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Fehleinschätzungen können Präventionsverhalten massiv beeinträchtigen

Neben der derzeit häufigsten Sorge vor einer COVID-19-Infektion (45 Prozent) ist die Furcht vor einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in der Bevölkerung am zweitgrößten (42 Prozent).(1) Trotz der über alle Altersgruppen verbreiteten Sorge, gibt es schwerwiegende Fehleinschätzungen: So werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht als chronische Krankheit angesehen.(1) Zudem wird ein bedeutender Risikofaktor, das LDL-Cholesterin, als solcher nicht anerkannt.(1) Dies zeigt eine aktuelle Bevölkerungsumfrage zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen.

Und auch eine Patientenumfrage unter Herzinfarkt-Patienten aus dem vergangenen Jahr zeichnet ein ähnliches Bild: Die Patienten verstehen weder den chronischen Charakter von kardiovaskulären Erkrankungen noch die Zusammenhänge zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Cholesterin.(2) Sowohl die Befragten in der Bevölkerungsumfrage wie auch die Teilnehmer der Patientenstudie haben große Wissensdefizite und unterschätzen wesentliche Risikofaktoren. Dies kann weitreichende Auswirkungen auf das Präventionsverhalten, auf die Bereitschaft zu medizinischen Untersuchungen und auf die Einnahme von Medikamenten haben.

Chronischer Charakter von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird verkannt
Die Bevölkerungsumfrage zeigt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu Rheuma oder Diabetes viel seltener als chronische Krankheiten wahrgenommen werden. So stufen beispielsweise nur 37 Prozent der Befragten eine koronare Herzkrankheit und nur 32 Prozent eine Atherosklerose als Erkrankung ein, die nicht vollständig geheilt werden können und regelmäßige Arztbesuche und Therapien erforderlich machen.(1) Dagegen liegen die Werte bei Rheuma bei 58 Prozent und bei Diabetes bei 57 Prozent.(1) Auch Schlaganfall (15 Prozent) und Herzinfarkt (13 Prozent) sehen nur wenige als chronische Erkrankungen an.(1)

Eine Umfrage unter Herzinfarkt-Patienten kommt zu vergleichbaren Ergebnissen: 44 Prozent der Befragten, die bereits einen Herzinfarkt erlebt haben, sehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht als chronische Erkrankungen an, die eine dauerhafte Behandlung erfordern.(2) Auch das Risiko eines weiteren Herzinfarkts erkennt nur ein Drittel, als unwahrscheinlich bezeichnet es ein weiteres Drittel, das verbleibende Drittel kann das Risiko nicht einschätzen.(2)

Cholesterinwert als Risikofaktor unterschätzt
Erhöhte Cholesterinwerte werden nur von 28 Prozent der Befragten als chronische Erkrankung angesehen.(1) Zudem wird LDL-Cholesterin als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterschätzt: Bluthochdruck (58 Prozent), Übergewicht (54 Prozent) und Rauchen (43 Prozent) werden als die drei größten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt von den Befragten genannt.(1) Nur für knapp jeden Dritten (31 Prozent) zählen auch zu hohe LDL-Cholesterinwerte zu den drei größten Risikofaktoren.(1)

Auch bei Herzinfarkt-Patienten besteht noch Aufklärungsbedarf bezüglich des Risikofaktors LDL-Cholesterin: Sie nennen als Risikofaktoren für einen Folgeinfarkt Rauchen (25 Prozent), Bluthochdruck (19 Prozent), erbliche Veranlagung (12 Prozent) und Bewegungsmangel (10 Prozent). Erst auf Platz 5 rangiert der Cholesterinwert (8 Prozent). Nur die Hälfte der Studienteilnehmer (56 Prozent) weiß, dass ein hoher Cholesterinspiegel eine chronische Erkrankung ist, die eine Langzeitbehandlung erfordert.

Zudem fehlen Kenntnisse zu den Ursachen für Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So ist jedem fünften Teilnehmer der Bevölkerungsumfrage (20 Prozent) nicht bekannt, dass man zwischen dem sogenannten „guten“ und „schlechten“ Cholesterin unterscheidet. Befindet sich zu viel „schlechtes“ Cholesterin, also LDL-Cholesterin, im Blut, kann es sich an den Wänden der Blutgefäße ablagern (Plaque). LDL-Cholesterin ist ein wesentlicher Bestandteil für arterielle Plaques, die die Gefäße verengen. Das heißt im Umkehrschluss: Ohne LDL-Cholesterin können keine Plaques entstehen. Die Senkung des LDL-Cholesterins ist daher einer der wichtigsten und wirksamsten Faktoren, um das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. die Arterielle Verschlusskrankheit, zu reduzieren. Je früher hohe LDL-Cholesterinwerte erkannt und behandelt werden, desto besser; denn die Werte steigen ohne Therapie bei vielen Betroffenen an.

Präventionsverhalten: Cholesterinwerte werden vernachlässigt
Mehr als ein Drittel der Bevölkerung (36 Prozent) hat sich bislang nicht für die eigenen Cholesterinwerte interessiert. Bei den unter 40-Jährigen ist es sogar mehr als die Hälfte, die sich noch nicht mit den eigenen Cholesterinwerten beschäftigt hat. Jeder Vierte hat seine Blutwerte noch nicht testen oder sich wegen des LDL-Cholesterins ärztlich beraten oder behandeln lassen. Der Mehrheit der Befragten ist es zwar bewusst, dass das Herzinfarktrisiko etwas mit den Cholesterinwerten zu tun hat, aber fast jeder Vierte (23 Prozent) sieht keinen Zusammenhang zwischen den Cholesterinwerten und der Herzgesundheit.

Im Gegensatz zur gesunden Bevölkerung beschäftigen sich Herzinfarkt-Patienten intensiver mit den eigenen Cholesterinwerten. Jedoch, obwohl das Risiko eines Folgeinfarkts besteht, kennen nur 69 Prozent ihren aktuellen Cholesterinwert, nur 53 Prozent wissen ihren Zielwert, und nur 54 Prozent der Studienteilnehmer haben mit ihrem Arzt über die Rolle von Cholesterin beim Herzinfarkt gesprochen.

LDL-Cholesterin: Viele zählen sich nicht zur Risikogruppe
Als Hauptursache für erhöhte LDL-Cholesterinwerte gilt in der Bevölkerung eine ungesunde Ernährung: 83 Prozent der Befragten glauben, vor allem die Ernährung sei schuld an zu hohen Cholesterinwerten. Dagegen werden wesentliche Einflussfaktoren wie Fettstoffwechselstörungen (59 Prozent) sowie eine genetische Veranlagung (48 Prozent) weniger häufig damit in den Zusammenhang gebracht. Mit Blick auf die möglichen Ursachen schließen sich 29 Prozent der Befragten aus der Risikogruppe aus und sagen, dass ihr LDL-Cholesterinwert nicht erhöht sein dürfte. Bei den jüngeren Menschen (18 bis 29 Jahre) zählen sich sogar 50 Prozent nicht zur Risikogruppe. Diese vermeintliche Gewissheit, keine erhöhten Cholesterinwerte zu haben, nimmt mit dem Alter ab.

Im Alter erhöht sich aber nicht nur das Risikobewusstsein für LDL-Cholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch das Präventionsverhalten verbessert sich. Bei den über 50-Jährigen ist für fast die Hälfte der Befragten der Cholesterinwert ein Thema: Jeder Fünfte (20 Prozent) sagt, er habe erhöhte LDL-Cholesterinwerte. Jeder Vierte (25 Prozent) schätzt, dass er betroffen sein könnte. So gehen in dieser Altersgruppe über drei Viertel der Befragten regelmäßig zum Arzt und lassen ihre Cholesterinwerte überprüfen.

Geschlechterspezifische Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kaum bekannt
Auch geschlechterspezifische Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nur wenigen bekannt. Nur die Hälfte der Bevölkerung (51 Prozent) weiß, dass die Symptome für einen Herzinfarkt bei Männern und Frauen unterschiedlich sein können.(1) Auch dass Frauen, die an Diabetes erkrankt sind, ein 50-prozentiges höheres Risiko haben, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, ist nur 37 Prozent der Befragten bekannt.(1) Die große Mehrheit (92 Prozent) erkennt Defizite und fordert von den Ärzten eine stärkere Aufklärung über geschlechterspezifische Unterschiede bei den Symptomen und Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.(1)

Referenzen
1.  Amgen-Studie „Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ursachen und Prävention“, Marktforschungsinstitut Toluna, Mai 2020
2.  Amgen-Patientenstudie „Global Cholesterol Disease State Education Survey. Country Report Germany“, KRC Research, Juli 2019

Freigabenummer: DE-NPS-1120-00004


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